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Die derzeitige Dauerausstellung: Wesel und die Niederrheinlande

Diese Ausstellung wird kontinuierlich erweitert.

Tauchen Sie ein in das begehbare Panorama der Hansestadt Wesel
im 16. Jahrhundert und erleben Sie auf Ihrem Ausstellungsrundgang
700 Jahre deutsch-niederländischer Geschichte.




Für viele Jahrhunderte bildeten der Untere Niederrhein nördlich von Köln und die ostniederländischen Gebiete einen pulsierenden gemeinsamen Kultur- und Wirtschaftsraum: die Niederrheinlande. Ein offenes Land mit engen Verbindungen nach Flandern, Brabant, Köln und Westfalen und über die Hanse eingebunden in den großen europäischen Fernhandel. In diesem Land der Städte mit seinen weiten Ebenen und seinem grenzenlosen Himmel war der Austausch von Ideen, Waren und Menschen an der Tagesordnung.


Geistige Erneuerungen in Mittelalter und Früher Neuzeit gehen von diesem Raum aus, so eine neue individuelle Frömmigkeit lange vor der Reformation, der Kampf gegen die Hexenverfolgung und eine neue Praxis der Glaubenstoleranz in den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg. Später wird das hier zum ersten Mal in Europa zu einer generellen Toleranzerklärung für alle christlichen Bekenntnisse führen.

Im Bild oben: Initiale, Bibelhandschrift der Nonne Gerbergis aus dem Prämonstratenserinnenkloster Oberndorf vor den Toren Wesels um 1200, Leihgabe Privatbesitz

Im Bild nebenstehend: Der Gelehrte Erasmus von Rotterdam: Leitfigur des niederrheinischen Humanismus, Öl auf Holz, 16. Jhdt., Bildausschnitt, Museum Wasserburg Anholt




Am Niederrhein überlappen sich die Wirtschaftsräume Flandern-Brabants, der Niederlande, der Hanse und der oberen Rheingebiete: eine Schnittfläche, aus der die Hansestädte am Niederrhein und in den östlichen Niederlanden erheblichen Nutzen ziehen.

Der Untere Niederrhein ist eine Brückenlandschaft zwischen West- und Osteuropa. Hier verläuft schon im frühen 17. Jahrhundert die westliche Grenze Brandenburg-Preußens, das über diese Region niederländische und später französische Einflüsse aufnimmt und seinen Westgebieten nun neue staatliche Normen setzt.

Wie empfanden die Menschen am Niederrhein diese Zeiten der Veränderung? Wie wurden sie durch diese Erfahrungen geprägt?


Im Bild oben: Der Weseler Friedrich von Weiler als nl. Botschaftssekretär in Paris, (1775: nl. Botschafter im Osmanischen Reich), J.-Fr. Delyen zugeschr., Gemälde um 1760

Im Bild Mitte: Der preußische Kronprinz Friedrich, Georg Lisiewski zugeschr., Berlin um 1728, Geheimes Geschenkporträt für Friedrich Felix von Borcke auf Schloss Hueth bei Rees

Im Bild unten: Goldmedaille Napoleons für Maire Effertz in Niel (Kranenburg) für die Rettung von Flutopfern 1809 (Vorder- und Rückseite)




















Lassen Sie sich in unseren »Zeitfenstern« von

»Zeitzeugen« durch die Ausstellung

»Wesel und die Niederrheinlande« begleiten.











Im Bild: Feldharnisch 2. Hälfte 16. Jhdt., auf der Brust: das Wappen der Medici







DIE HAUPTSTATIONEN IM FAHRPLAN DER NÄCHSTEN JAHRE

2020 / 2021: Die deutsch-niederländische Ausstellung »Shared History on Tour. Eine deutsch-niederländische Geschichte auf Schienen«
als Teil eines INTERREG-Projektes der Euregio Rhein-Waal in enger Kooperation mit dem Vrijheidsmuseum in Groesbeek, NL, geht auf Wanderschaft.

2021: Die internationale Ausstellung »Hansestädte / Hanzesteden: Entdecken, was uns verbindet« »Hanzesteden / Hansestädte: Ontdekken, wat ons verbindt«,
in Verbindung mit vielen deutschen und niederländischen Partnern, wird auf Reisen geschickt.

Bis 2024:
entsteht im LVR-Niederrheinmuseum Wesel eine neue, durchgängig die Niederlande und Europa miteinbeziehende Dauerausstellung zu den Niederrheinlanden: zu ihrer Geschichte, Kultur, Natur und Landschaft.

Im Bild oben: Familienpatriarch: dem 1610 in die Hansestadt Wesel eingewanderten Holzhändler Hendrik van de Wall zugeschrieben, Gemälde Ende 17. Jhdt.

Im Bild unten: Innenfach, Reisesekretär der »Merchant Adventurers«: die englische Konkurrenz zur Hanse Ende 16. Jhdt., Bildausschnitt